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Während des Vietnam-Krieges Hauptschauplatz der Kämpfe zwischen
den
Vietcong und der Amerikaner, heute Haupternährer des Südens
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Im Hochland von Tibet entspringt der Mekong, durchquert mehrere Länder
und legt ca. 4500 km zurück bevor er dann ins Chinesische Meer fließt.
An seinen fruchtbaren Ufern wird rege Landwirtschaft betrieben, und vor
allem Reis gedeiht hier besonders gut. Der Mekong ist eine der
wichtigsten Verkehrsadern Asiens.
Das Delta zählt mit seinen neun Flussarmen zu den größten der Welt, und
so freuten wir uns sehr auf diese besondere Landschaftsform. Die Fahrt
von Ho-Chi-Minh-Stadt zur Ablegestelle unseres Schiffes in Cai Be war
zäh. Immer auf der Strasse 1 in Richtung Süden herrschte ein
unglaublicher Verkehr. Schon die Ausfahrt aus der Stadt war
nervenaufreibend, da durch die vielen Baustellen der Verkehr zeitweilig
völlig zum Erliegen kam. Doch je weiter wir uns aus der Stadt
entfernten und in ländliche Gebiete fuhren, kamen wir gut voran und
konnten entspannt den Blick über wechselnde Landschaften schweifen
lassen. Auch hier waren immer wieder die waghalsigsten Gepäcktransporte
auf Motorrädern zu bestaunen, Hühner, tote Tiere jeder Art, ganze
Palmen, Toilettenschüsseln und riesige Korbgebilde – langweilig war es
zu keiner Zeit!
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| In der Mittagszeit erreichten wir den Fluss. Hier trafen wir dann auch
wieder auf ein paar Touristen und wurden dann nach einer kleinen
Erfrischung mit einem Zubringerboot zu unserem Schiff, der BASSAC,
gebracht. Vorbei fuhren wir an schwimmenden Märkten, auf denen die
Händler eine Vielzahl frisches Obst und Gemüse anboten. Das
Warenangebot war weithin sichtbar und als Verkaufsinstrument genial:
eine Bambusstange, an der die angebotenen Waren baumelten. Schweine
wurden unter viel Protest verladen – ihr Geschrei höre ich heute noch -
enorme Berge der saftig roten Drachfrüchte türmten sich auf den kleinen
Booten, die sich fast unter der Last zu biegen schienen. Überall auf
dem Wasser geschäftiges Treiben, da wurde gehandelt, verkauft und
verladen, und wir waren ein Teil dieses Gewusels. Die beiden Frauen,
die unser Boot lenkten liessen sich jedoch durch nichts aus der Ruhe
bringen und steuerten souverän durch die Fahrrinne. Dass selbst am
Mekong-Delta der Fortschritt nicht Halt macht, konnten wir an den
Hunderten von Antennen erkennen, die über jeder noch so armseligen
Wellblechhütte zu sehen war. Ein Wald aus Antennen erstreckte sich über
der dichtbesiedelten Uferlandschaft bis wir an unserem Schiff ankamen. |
| Bevor wir auf der Bassac einschifften, legten wir an einem in den
Bäumen versteckten Steg an, um eine kleine Reispapierfabrikation zu
besichtigen. Hier wurde demonstriert, wie das Reispapier, das in
Vietnam für die Herstellung von Frühlingsrollen absolut unerlässlich
ist, hergestellt wird. Es gab kleine Köstlichkeiten aus Cocoskaramell
und Erdnüssen, und eine Tasse Tee dürfte auch nicht fehlen. Auch
diesmal widerstanden wir den Verlockung nicht, wenn auch meine Grenzen
eindeutig beim Genuss von Schlangenschnaps gesetzt sind. Dieser Schnaps
ist ein hochprozentiges Getränk, in das Skorpione, Schlangen und
ähnliches totes Getier eingelegt sind. Einfach nur grauselig, aber es
scheint sich bei den Touristen grosser Beliebtheit zu erfreuen. |
| Auch konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, weitere wunderschöne
Seidenschals zu kaufen. Hier wurden sie angeboten, einer schöner, als
der andere. Und auch hier fiel uns wieder einmal mehr auf, wie
liebenswürdig die Menschen sind. Nach einem weiteren kleinen Rundgang
durch das Dorf legten wir ab, und wurden nun zu unserem Schiff
gebracht. |
Die Bassac ist ein wunderschönes komplett aus Tropenholz errichtetes Holzschiff, auf dem wir uns gleich sehr wohl fühlten. Sie verfügt über nur wenige Kabinen, und so hatten wir denn das Schiff mit einer kleinen Gruppe Franzosen für uns alleine. Genussvoll machten wir es uns auf dem Oberdeck bequem und stellten einmal mehr fest, was für eine phantastische Reise wir machten. Leider war unser Glück nicht von langer Dauer, der Himmel öffnete einmal mehr seine Schleusen und von einer Minute auf die nächste war nichts mehr zu sehen. Der Spuk verschwand dann ein paar Minuten so schnell wie er gekommen war, und so blieben wir dann im gemütlichen Innenraum und genossen den Anblick des vorbeiziehenden Ufers bei kühlen Getränken – an der drückenden Schwüle hatte sich natürlich nichts geändert, es war eher das Gegenteil der Fall. Unsere Kabinen stellten sich als urgemütlich heraus, das Bad winzigklein, jedoch mit allem Komfort ausgestattet. Das vietnamnesische Mittagessen, das wir kurz nach dem Ablegen angeboten bekamen, war einfach köstlich. Allerdings muss man dazu sagen, wir waren auch bereit, einfach alles nur wunderbar zu finden und genossen jede Minute.
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Die Landschaft veränderte sich allmählich, die dichte Besiedlung wich
Reisfeldern und Plantagen. Manchmal erlaubte der sich plötzlich
öffnende Dschungel Einblicke in weiter liegende kleine Ansiedlungen,
die immer daran zu erkennen waren, dass die Boote der Hausbesitzer im
Wasser schaukelten. Sah man Menschen am Ufer, so arbeiteten diese
immer, es scheint in diesem Land keinen Müßiggang zu geben. Die
Vietnamnesen sind unglaublich fleißig. Eine ganze Zeit lang schipperten
wir dicht an der Küste vorbei und wir konnten unzählige Ziegeleien am
Ufer erkennen. Hier wurden die Ziegel gebrannt und sofort auf Schiffe
zum Weitertransport verladen.
Der Höhepunkt des Nachmittags war dann der geplante Landausflug in den
Dschungel. Wir waren ja so aufgeregt, im Mekong-Delta in den Dschungel!
Was hat man da nicht für Vorstellungen gehabt. Die Realität sah ein
wenig anders aus, aber zunächst auch abenteuerlich. Schon seit längerem
hatte sich die große schwarze Wolke über uns zusammengebraut, und genau
in dem Moment, als wir mit dem kleinen Beiboot übersetzen sollten, fing
es nicht nur an, in Strömen zu regnen, sondern es kamen so kräftige
Windböen auf, dass der Mekong Schaumkronen und Wellen bekam, und wir
uns sehr wohl in unserem Schwimmwesten fühlten. Unser Guide Trung
meinte zwar, es gäbe keine Krokodile mehr im Mekong für den Fall des
Kenterns, aber wissen das die Krokodile auch? Wir waren ziemlich
erleichtert, zwar nass aber sicher am Ufer angekommen zu sein. Trung
führte uns durch den dichten Wald zu einer kleinen Ansiedlung, die
sogar über einen eigenen Supermarkt verfügte. Das Foto zeigt den ganzen
Markt.
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| Wir stiefelten also bei unerträglich schwülen Temperaturen mit unseren
Schwimmwesten durch den Dschungel und mussten immer wieder bei unserem
eigenen Anblick lachen. Manche Häuser verfügen über recht hübsche
Gärten, in denen die leckersten Früchte und Gemüse wachsen. Hier ist
man weitgehend Selbstversorger. Fast vor jedem Haus bellte ein Hund zur
Bewachung, allerdings wies uns Trung auf die Tatsache hin, dass es sich
bei dieser Rasse Hund um den „Speisehund“ handele, was wir natürlich
als Hundebesitzer mit Entsetzen zur Kenntnis nahmen. Er versicherte uns
zwar, dass heute in Vietnam kaum noch Hunde gegessen würden, und wenn,
dann höchstens im Norden. Geglaubt haben wir ihm nicht. Außerdem
schiebt der Süden immer gern auf den Norden und umgekehrt. |
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Nach einem kleinen Imbiss bei einer alten Dame, die uns frische Früchte
mit einem Tee anbot, wurden wir mit dem Boot zurück auf unser Schiff
gebracht. Wir waren von außen völlig durchnässt und von innen total
verschwitzt – ein wunderbarer Zustand, der schnell beendet wurde, um
sich dann wieder auf Deck zu treffen.
Wir verbrachten einen herrlichen Abend, die Bassac ging vor Anker, und
wir gingen zeitig zu Bett. Am nächsten Morgen ging es früh wieder los
nach Can Tho, einer Millionenstadt im Delta. Wir passierten die
Baustelle für die neue Brücke, die die Straße Nr. 1 demnächst entlasten
wird, schifften dann aus und fuhren mit dem Beiboot durch die
schwimmenden Märkte von Cai Rang Obwohl wir nun schon einige gesehen
hatten, wurden wir nicht müde, das bunte Treiben zu beobachten. Über
Can Tho machten wir uns dann auf den mehrstündigen Rückweg nach Saigon,
um am nächsten Tag weiter nach Nha Trang zu fliegen. Das Mekong-Delta
war ein Highlight unserer Reise, die Eindrücke werden unvergesslich
bleiben.
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© Fotos Jaworski
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