| 31.01.1968 Tet-Offensive |
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| Geschrieben von VFU999 | ||
| Sonntag, 6. Januar 2008 | ||
![]() Quelle: Wikipedia Seit dem Beginn des Aufstandes 1960 hatte die südvietnamesischen Befreiungsarmee FNL, von ihren Gegner als Vietcong bezeichet, trotz des direkten amerikanischen Eingreifens 1965 weite ländliche Gebiete Südvietnams unter ihrer Kontrolle
Völlig überraschend für die Militärmachthaber in Saigon und den Amerikanern erfolgte fast im gesamten Land gleichzeitig am 31. Januar 1968, dem Tag des buddhistischen Neujahrfestes TET der Angriff auf die Machtzentralen und militärischen Stützpunkte.
Noch heute versuchen Autoren, die der südvietnamesischen-amerikanischen Seite nahe stehen und mit deren Ideologie sympathisieren, dieses Überraschungsmoment als einen Bruch eines Waffenstillstandsabkommens durch die südvietnamesische Befreiungsarmee darzustellen. Ihr Problem, sie können aber ein derartiges angebliches Abkommen nicht dokumentieren und berufen sich deshalb auf vorherige Jahre. Bernd Greiner, zweifellos als Experte anzusehen, schrieb am 03.01.2008 in der DIE ZEIT: "..Zu Tet schwiegen die Waffen gewöhnlich für drei Tage..". Aber schließlich waren sie es ja auch, die dieses Befreiungsarmee mehr als Terroristen darzustellen versuchten und nicht als Kriegspartei, als Partisanen- oder Befreiungsarmee. Auch hatten wohl die meisten südvietamesischen politischen und militärischen Führer auf Grund ihrer katholischen Konfession weniger etwas mit dem buddhistischen Fest zu tun. Allen Militärs wird Kriegslist gelehrt, und die Sage von Troja ist schon Unterrichtsstoff in den Schulen der Kinder.
Wenn man heute, fast als "Entschuldigung" immer wieder lesen kann, daß viele Soldaten der Saigoner Truppen sich gerade im Tet-Urlaub befanden, muß man auch wissen, daß es gerade in dieser Armee typisch war, daß die Familien der Soldaten oft mit am jeweiligen Standort wohnten. Eine Alarmierung und Rückholung dürfte in der damals hochtechnisiert ausgestatteten südvietnamesischen Armee eigentlich kein Problem gewesen sein. Eher dürfte in Unfähigkeit, in mangelnde Fähigkeit der Truppenführung und vielleicht auch einer desolaten Moral die Ursache liegen.
Begann die eigentliche Aktion für den Gegner völlig überraschend, bedurfte sie doch einer langen, tiefgründigen und umfassenden Vorbereitung und Planung. Auch hier wird das totale Versagen der südvietnamesischen und amerikanischen militärischen Führung, samt ihrer Aufklärungs- und Geheimdienste, deutlich. Gerade der logistische Aufwand bei der Vorbereitung , bei der Heranführung der Kämpfer, ihrer Waffen und Ausrüstung unter diesen Bedingungen, dürfte in der Militärgeschichte eine Einmaligkeit darstellen.
Das die südvietnamesischen / amerikanischen Militärs in dieser Phase versagten, wird auch an diesem konkreten Beispiel deutlich:
On 28. January 11 NFL cadre were captured in the city of Qui Nhon while in possession of two pre-recorded audio tapes whose message appealed to the populace in "already occupied Saigon, Hue, and Da Nang" (Quelle: Hoang, pgs. 15 & 16. See also Doyle, Lipsman, & Maitland) Sie hätten also bereits am 28.01.2968 schlußfolgern können, daß die südvietnamesiche Befreiungsarmee eine größere Aktion plant. Die Kämpfe in der ehemaligen südvietnamesischen Hauptstadt Saigon
Die spektakulärste Aktion ist sicherlich der Angriff auf die Botschaft der USA in der . Aus der Tatsache, daß nur 19 FNL-Kämpfer diesen Angriff führten, schlußfolgere ich, daß hier ein "Achtungszeichen" gesetzt werden sollte. Die Botschaft selbst hat militärstrategisch eigentlich keine Bedeutung gehabt.
Die Kämpfe in der alten Kaiserstadt Hué
Militärisch bedeutsamer, die Angriffe auf wichtige Regierungseinrichtungen, den Flughafen Tan Son Nhat, auf die Hauptquartiere der Armee, Luftwaffe und Marine. Ein militärisches Ziel war auch die Rundfunkstation. In Saigon hatten die südvietnamesischen Regierungstruppen und Amerikaner militärisch recht schnell wieder unter Kontrolle. Die FNL-Kämpfer zogen sich nach Cholon zurück. Dieser Stadtteil wurde in Folge hermetisch abgeriegelt und durch mit einem Bombardement und Panzerbeschuß überzogen.
Kämpfe um den Saigoner Flughafen Tan Son Nhat aus amerikanischer Sicht Es gab unbestritten viele Tote in diesen Tagen, trotzdem ist es gerade ein Einzelschicksal , was der Weltöffentlichkeit die Grausamkeit, die Verrohung verdeutlichte und die Antikriegsbewegung beeinflußte. Es ist die Hinrichtung eines als FNL-Kämpfer Verdächtigten durch den Polizeigeneral Nguyen Ngoc Loan.
Anders als in der Hauptstadt Saigon konnte die FNL in anderen Städten und Provinzen zumindestens zeitweilig ihre militärische Erfolge ausbauen. Beispiele sind Ben Tre und die alte Kaiserstadt Hue. Letztere wurde über 3 Wochen lang gehalten und musste dann schließlich auf Grund der waffentechnisch Übermacht der Amerikaner aufgegeben werden. Bernd Greiner: "...Huê lag am Ende eines dreiwöchigen Häuserkampfes und infolge massiven Bombardements völlig in Trümmern ..." Die Zeit / 3.1.2008
Das Gefecht um Khe San Die Tet-Offensive wurde überwiegend durch die südvietnamesische Befreiungsarmee geführt . Bereits 10 Tage zuvor, am 21.01.68 , griffen reguläre nordvietnamesische Streitkräfte amerikanische Basen unmittelbar in der Nähe der EMZ an. Dieses Gefecht geht als eine der größten und bedeutsamsten Schlachten des Vietnamkrieges in die Geschichtsbücher ein. Viele amerikanische Politiker und Militärs befürchteten ein zweiten Dien Bien Phu. Wesentliche Details zum Verlauf findet man auf Wikipedia engl. Für die Tet-Offensive hatten diese Kämpfe, die bis zum 08.04.68 gingen, zumindestens Ablenkungs- und Entlastungscharakter. ![]() Foto: (c) Jürgen Reichmann "Das Anfang vom Ende" Wenn auch die militärische Zielsetzung der Tet-Offensive nicht erreicht wurde, die südvietnamesische Befreiungsarmee sehr hohe Verluste hatte steht fest: Ohne die Tet-Offensive hätte es den Abzug der Amerikaner 1973 und den Sieg über die südvietnamesische Militärdiktatur eher nicht gegeben. Links zum Thema: DIE ZEIT / Bernd Greiner / Im Jahr des Affens (erschienen 3.1.2008) 1.8.1968 Die Hinrichtung / Dominik Landwehr Georg-August-Universität Göttingen |
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 1. Februar 2009 ) | ||
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